Für ein Jahr bei den Inkas

 
06Juli
2014

Juni :)

Nur noch zwei Monate und dann geht es schon wieder nach Hause… nicht zu fassen wie schnell die Zeit verging. Obwohl ich unglaublich viel schon erlebt habe in dieser Zeit, kommt es mir doch so vor als ob ich erst vor drei Monaten hier angekommen bin, und nicht vor zehn! Ehrlich gesagt habe ich ein wenig Angst wieder nach Deutschland zu kommen. Ich habe mich hier mittlerweile so eingelebt und fühle mich so wohl, dass Dinge die mir vorher fremd erschienen nun ganz normal für mich sind, und ich mich in Deutschland wahrscheinlich erstmal wieder ganz schön umgewöhnen muss. Mir gefällt nicht nur das Land sehr, sondern auch die südamerikanische Mentalität hier, die so viel lockerer, aufgeschlossener und fröhlicher ist als die europäische. Wir hatten zum Beispiel diesen Monat wieder unheimlich viele Feste in Cusco. Der Sonnengott und der Inkakönig wurden geehrt, und viele andere Gottheiten wie Mutter Erde wurden gefeiert. Dazu gab es sehr viele Feiertage jetzt im Juni, wo die Straßen in ganz Cusco gesperrt waren und bunte Umzüge durch die ganze Stadt gingen, wobei mit aufwändigen Kostümen getanzt, gelacht, gesungen und ausgelassen getrunken wurde. Man kann es sich ein bisschen wie Karneval in Köln vorstellen, die Stadt ist einfach im Ausnahmezustand! In unseren Schulen hatten wir auch ständig Feierlichkeiten, weil all unsere Schulen hintereinander Geburtstag hatten. Dazu hatten die Schüler auch Gedichte, Tänze, Lieder und alles mögliche einstudiert, was sie dann mit bunten Kostümen aufführten. Wir wurden auch wieder dazu aufgefordert unseren Beitrag dazu zu leisten und übten einen Walzer und einen Disco Fox ein. Die Schüler und Lehrer waren begeistert! Und wir hatten auch unseren Spaß! Außerdem wurde diesen Monat das sogenannte Wayti auf den Dörfern gefeiert. Das Wort kommt aus dem Quechua und bedeutet so viel wie Erdofen. Dies wird auch zur Ehrung der Mutter Erde gemacht. Die Schüler brachten alle ein paar Kartoffeln mit und dann gings aufs Feld. Dort bauten wir aus Erdklumpen einen Ofen, wie ein kleines Iglu. Darin wurde dann mit Holz ein Feuer gemacht und gewartet, bis die Erde sich schön erhitzt hatte. Dann wurden die Karoffel durch die kleine Öffnung des Ofens geschoben und der Ofen zusammen gekippt, so dass die Erde direkt zerbröselt über den Kartoffeln lag. In der erhitzten Erde gaarten die Kartoffeln dann, und danach gab es leckeres Wayti-Essen! Das Essen hier gefällt mir hier übrigens auch sehr. Es gibt sehr viele unterschiedliche Platten, Lomo Saltado mit viel Fleisch, Ceviche mit rohem Fisch, viel Choclo, der riesige Mais der hier angebaut wird und den man in Deutschland garnicht kennt, Papa Rellena oder Ricotto, gefüllte Kartoffeln und Peperonis, Cuy, das berühmte Meerschweinchen, Chicharron, fritiertes Schweinefleisch, viel Pollo, Hühnchen, und vieles mehr! Dafür dass ich vorher in Deutschland strikte Vegetarierin war, bin ich hier zur Fleischesserin geworden, und es schmeckt mir sehr gut! Ansonsten gibt es von der Schule nicht mehr viel zu erzählen. Der Unterricht ist wie immer, mal treiben mich meine Schüler zum Wahnsinn, mal bringen sie mich zum Lachen, aber insgesamt hab ich sie alle sehr gerne. In drei Wochen haben wir nochmal für zwei Wochen Ferien und danach sind es leider nur noch zwei Wochen bis zu unserem Abflug.

06Juli
2014

Mai :)

Seit fast neun Monaten befinde ich mich nun in Peru und es fühlt sich einerseits wie eine halbe Ewigkeit an, da ich schon so viel erlebt habe wenn ich zurück blicke, und andererseits wie nur ein paar Wochen und ich möchte noch gar nicht daran denken wieder zurück nach Deutschland zu müssen. Nachdem ich im Februar mit meinen Mitfreiwilligen einmal quer durch Peru gereist bin, wo wir über den Titicacasee, Wüste, spektakuläre Steilküsten, die Nascalinien, eine der tiefsten Schluchten und nochmal ganz andere Kulturen des Landes gesehen haben, unterrichten wir nun schon seit drei Monaten wieder in unseren Schulen. Die Wochen vergehen unheimlich schnell, da man sich mittlerweile so an den Alltag hier gewöhnt hat.  Obwohl man den „Alltag“ hier längst nicht auf alle Menschen verallgemeinern kann! Die ersten drei Monate meines Jahres hier lebte ich mit drei anderen Mädels meiner Organisation in einer Gastfamilie auf dem Dorf, ca. eine halbe Stunde entfernt von Cusco. Es ist unglaublich, was man schon nach einer so kleinen Distanz zur Stadt für einen gewaltigen Unterschied zur Lebensweise der Menschen in der Stadt feststellen kann. Wir lebten auf dem Dorf zwischen Kühen, Schafen, Hühnern, Katze und Hund, mussten einen Morgen sogar hautnah miterleben wie das Schwein geschlachtet wurde, und konnten wenn die Sonne nicht grade das Wasser etwas aufgewärmt hatte nur mit eiskaltem Wasser duschen und über offenem Feuer kochen. Außerdem tragen vor allem die Frauen auf dem Dorf alle noch sehr traditionelle Trachten und geflochtene Zöpfe bis zum Po und es wird hauptsächlich noch die indigene Sprache Quechua gesprochen, weshalb wir oft unsere Gastmutter nicht verstanden. Zudem wird auf dem Land noch hauptsächlich Agrarwirtschaft betrieben, weshalb unsere Familie mehrere Felder besaß und der Vater immer um drei Uhr morgens aufstehen musste um den Ackerbau zu betreiben. Dies alles war für mich am Anfang schon ein kleiner Kulturschock, da man dieses Leben gar nicht mehr in Deutschland kennt, jedoch auch eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte! Danach zogen wir vom Land in die Stadt in eine Wohnung, da wir mit der Familie aufgrund von Geldproblemen nicht mehr so gut klarkamen. Das Leben in der Stadt ist zwar trotzdem noch ärmer als in Deutschland, es gibt zum Beispiel keine Heizungen und Strom und Wasser fällt öfters mal aus, doch es ist auf jeden Fall vergleichbar.  Von hier habe ich mit dem Bus nun mehr als eine Stunde Schulweg, da unsere Schulen sich trotzdem noch auf dem Dorf befinden, wo die Kinder den Englischunterricht noch mehr nötig haben als in der Stadt.  Doch das ist alles machbar und ich mache es gerne für die Kinder.  In den Schulen habe ich unterschiedliche Erfahrungen gemacht, an denen man auf jeden Fall merkt, dass die Kinder aus einer anderen Kultur kommen. Zum Beispiel habe ich vor ein paar Wochen meiner dritten Klasse in der Primaria Farben auf Englisch beigebracht und dazu gefragt, welche Augenfarbe sie haben. Als sie mich fragten welche Farbe meine Augen haben und ich blau antwortete ging ein ungläubiges Raunen durch die Klasse, da die Menschen hier alle dunkle Augen haben und die Kinder im Dorf nur sehr selten Menschen aus anderen Kulturen mit hellen Augen zu Gesicht bekommen.  Dasselbe passierte mir eines Tages im Bus, als eine Mutter verzweifelt versuchte ihr schreiendes Kind zu beruhigen und es abrupt aufhörte zu schreien als es überrascht  in meine Augen schaute.  Eine andere Sache die mir hier aufgefallen ist, ist die Geschlechtertrennung die hier auf jeden Fall noch strikter ist als in Deutschland. In einigen Klassen sitzen Jungen und Mädchen noch jeweils getrennt auf einer Seite und als ich einmal Gruppenarbeit mit meinen Schülern machen wollte, war es sehr anstrengend sie überhaupt dazu zu bringen mit jemandem des anderen Geschlechts zu arbeiten. Was mich sehr geschockt hat, war dass wir eines Tages unsere alte Gastfamilie besucht haben und unser jüngere Bruder erstmal nicht mehr zur Schule gehen durfte, da er seiner Mutter helfen musste auf dem Feld zu arbeiten. Dadurch und auch durch das Bildungsniveau was ich hier in den Schulen mitbekomme, habe ich erst richtig meine Bildung zu schätzen gelernt, die ich in Deutschland bekommen habe. Denn obwohl die Kinder hier genauso lange zur Schule gehen, haben sie danach sehr viel weniger Wissen als wir nach unserem Schulabschluss hatten. Diese Beispiele sind jedoch hauptsächlich aufs Dorf bezogen, denn in der Stadt und vor allem in Lima kann man genauso eine Bildung erwerben wie in Deutschland wenn man das Geld dazu hat. Hier gibt es eben noch einen sehr großen Unterschied zwischen arm und reich. Feste werden hier jedoch ähnlich gefeiert wie in Deutschland haben wir festgestellt. Letzte Woche war zum Beispiel Muttertag und die Kinder hatten Kommunion, wozu die Mädchen weiße Kleider trugen und in der Kirche gefeiert wurde. Außerdem hatte unsere Primaria in Lucre diese Woche vierzigjährigen Geburtstag, wozu die Kinder in traditionellen Kostümen Tänze einstudiert hatten. Wir leisteten ebenfalls unseren Beitrag indem wir das deutsche Karnevalslied Fliegerlied und Cowboy und Indiander mit der ganzen Schule tanzten. Es machte Spaß den Kindern auch mal ein Stück unserer Kultur zu zeigen! Insgesamt sind die Peruaner jedenfalls alle auch sehr interessiert an unserer Kultur und begegnen uns gegenüber sehr herzlich und aufgeschlossen.

07Mai
2014

April :)

Und schon wieder ein Monat rum… mittlerweile vergehen die Monate immer schneller, da man sich hier mittlerweile so eingelebt hat und sich an den Alltag gewöhnt hat. Im April ist eigentlich nicht viel neues passiert. Unser Alltag hat sich wieder eingespielt. Wir sind stolz darauf, dass wir jetzt doch noch die Schule in Huasao wiedererobert haben. Dort haben wir schon vor den Schulferien unterrichtet, doch nach den Ferien meinte die Direktorin auf einmal, wir dürften dort nicht mehr unterrichten. Nachdem wir aber mit Mühe das Bildungsministerium und die Elternvertretung eingeschaltet hatten, die auch sehr daran interessiert sind, dass ihre Kinder Englisch lernen, haben wir es geschafft zumindest wieder einige Stunden in der Schule zu bekommen. Außerdem haben wir uns noch in Lucre an die andere Primaria dort gewandt. Die nahmen uns auch mit Freude auf. Daher haben wir jetzt endlich alle einen vollen Stundenplan und hoffen, dass die Schulen uns auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben und diese nicht wieder von vorne anfangen müssen mit der Arbeit! Ich fühle mich zudem jetzt wohler in den Schulen und in meinen Klassen, da ich meine Schüler jetzt mehr kenne und weiß wie ich mit den einzelnen Klassen umgehen muss.

Über Ostern war ich in Lima am Strand und hab ein bisschen die Sonne genossen. Das hat auf jeden Fall gut getan, vor allem weil das jetzt der letzte Sommermonat hier war! Die Mädels sind in Cusco geblieben und haben traditionell mit unserer Schulleiterin der Primaria in Lucre 12 Suppen gegessen an den Feiertagen.

Außerdem mussten wir diesen Monat unsere Mitbewohnerin Dani verabschieden, die wir sehr ins Herz geschlossen haben in den letzten Monaten! Sie blieb nur ein halbes Jahr und deshalb hieß es für sie jetzt schon, es geht zurück nach Deutschland. Ich möchte noch garnicht daran denken, dass das Jahr hier zu Ende geht. Ich habe mich hier mittlerweile so eingelebt dass ich eigentlich nichts mehr in Deutschland vermisse und auch hier bleiben könnte. Mir gefällt die peruanische Kultur und Mentalität sehr, und ich denke, dass ich in Deutschland erstmal Schwierigkeiten haben werde mich wieder einzuleben. Naja, aber noch haben wir ja noch vier Monate…

Diese vier Monate werden wir jetzt nochmal in Gastfamilien verbringen. Janine und Sarah sind nach Lucre in eine Gastfamilie gezogen, Jenny ist wieder nach Tipon in unsere alte Familie gezogen und ich wohne nun in einer Familie in Cusco, in der ich mich sehr wohl fühle. So habe ich es nicht so weit zu der Musikschule, wo ich immer noch unterrichte. Wir waren alle etwas traurig, dass nun wieder ein Abschnitt für uns zu Ende ist in der Wohnung und dass wir jetzt nach acht Monaten das erste Mal getrennt wohnen werden, aber wir freuen uns auch sehr darauf, nochmal neue Erfahrungen machen zu dürfen!

 

08April
2014

März :)

In diesem Monat hat endlich wieder die Schule angefangen! Das tat uns mal ganz gut nach zweieinhalb Monaten Ferien, mittlerweile haben wir schon unsere Schüler vermisst… allerdings wurden die Schulen und Stunden nochmal ganz neu aufgeteilt, da sich die Stundenpläne geändert haben. Was uns überraschte war, dass die Klassen, die wir noch von vor den Ferien kannten, nicht mehr dieselben waren, sondern viele Schüler nicht mehr da waren und dafür Neue dazugekommen sind. Und das in allen Jahrgangsstufen! Deshalb mussten wir quasi nochmal von vorne anfangen mit dem Unterricht. Außerdem habe ich Klassen auf ganz unterschiedlichem Niveau, was nicht vom Alter abhängig ist. Die Klassen in Saylla in der Primaria zum Beispiel die ich unterrichte sind sehr sehr undiszipliniert und brauchen sehr lange um etwas zu verstehen und sich zu merken. Dort bin ich immer noch dabei Zahlen und Farben zu unterrichten, weil man die Vokabeln immer wieder wiederholen muss. Im Gegensatz dazu habe ich in Lucre in der Primaria Klassen die erstaunlich schnell den Stoff aufnehmen, sehr motiviert sind, mir zuhören und bei denen Tests die ich mit ihnen schreibe sogar relativ gut ausfallen. Das ist für mich dann immer ein Erfolgserlebnis, wenn man merkt, man hat es wirklich geschafft den Kindern etwas beizubringen! In Lucre in der Secundaria habe ich jetzt sogar schon angefangen Grammatik wie Zeitformen zu unterrichten und habe das Gefühl die Schüler kommen ganz gut mit. In den ersten Stunden war dort die vorige Englischlehrerin mit in meinem Unterricht und hat mit mir „zusammen“ unterrichtet. Allerdings lief es darauf hinaus, dass sie mich nach jedem zweiten Wort gefragt hat, was sie nicht auf Englisch wusste, Vokabeln falsch an die Tafel geschrieben hat, was mir dann unangenehm war, weil ich sie nicht verbessern wollte, die Kinder aber auch nicht die Vokabeln falsch abschreiben lassen wollte, und sie mit einer miserablen Aussprache versucht hat mit den Kindern Englisch zu sprechen. Das hat sie aber wohl schnell selber gemerkt und lässt mich jetzt alleine unterrichten, während sie von hinten Aufmerksam den Unterricht verfolgt. Für mich ist es auch ganz angenehm, wenn noch einer anderer Lehrer mit im Unterricht sitzt und zuhört bei 35 Schülern, da die Kinder meistens mehr Respekt vor älteren Personen haben und dann leiser sind als wenn ich alleine vor der Klasse stehe. Außerdem finden wir es gut, wenn die Lehrer unserem Unterricht folgen, da sie hier in Peru oft noch sehr konservative Lehrmethoden anwenden – also hautsächlich an die Tafel schreiben und abschreiben lassen, ohne dass irgendjemand was verstanden hat. Wenn wir dann mit den Kindern singen, Gruppenarbeiten und Spiele machen, bekommen sie neue Anregungen. Meine Schüler fragen mich zum Beispiel immer sofort ob sie abschreiben sollen wenn ich etwas an die Tafel schreibe, statt mir erstmal zuzuhören und zu warten was das Geschriebene eigentlich bedeutet. Dadurch kann der Unterricht oft auch sehr nervenaufreibend sein, aber trotzdem macht es mir meistens Spaß mit den Kindern zu arbeiten!

Wo wir auch sehr stolz drauf sind, ist dass wir nun endlich nach sieben Monaten offizielle Unterlagen von dem Bildungsministerium bekommen haben, dass wir an den Schulen unterrichten dürfen und auch die Freiwilligen die nach uns hoffentlich das Projekt hier weiterführen! Außerdem haben Hakar und Philip es geschafft in Tipon einen Raum kostenlos mieten zu können, nachdem sie unzählige Male mit der Regierung hier sprechen mussten, wo wir nun unsere Abendschule umsetzen können. Diese lassen wir nun zweimal die Woche stattfinden und haben auch schon einige Schüler! Ich freue mich darauf ab dieser Woche wieder in die Musikschule gehen zu können, die leider die letzten Monate auch Ferien hatte, und dort in einem Ensemble mitspielen zu können und auch unterrichten zu dürfen.

Zudem haben wir in diesem Monat Familien besichtigt, die uns Agripino und unsere Direktorin an der Primaria in Lucre vermittelt haben. Wahrscheinlich werden Janine und ich in eine Familie in Lucre ziehen, da uns die gleiche Familie am besten gefallen hat, Sarah alleine in eine andere Familie in Lucre und Jenny möchte eventuell wieder in unsere alte Familie in Tipon zurück, da sie sich dort doch sehr wohl gefühlt hat und sich nicht nochmal an eine andere Familie gewöhnen möchte. Also heißt es im Mai schon wieder umziehen, wo wir uns aber auch drauf freuen!

Außerdem war im März hier noch Karneval in Cusco und den umliegenden Dörfern. Karneval wird hier auch mit Kostümen, aber vor allem mit Musik und viel espuma (Sprühschaum) gefeiert. Da es im März hier ja noch sehr warm ist, wir daraus dann quasi eine Wasser-Schaum-Schlacht gemacht – wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß, auch mit unseren Kindern aus den Schulen!

04März
2014

Der Weg ist das Ziel - eine Reise mit unglaublich vielen und tollen Erlebnissen!

Der Februar verging unheimlich schnell – und jetzt ist leider schon die Hälfte unserer Zeit in Peru um. Das ging schneller als ich gucken konnte und ich hoffe, dass die zweite Hälfte nicht noch schneller rumgeht. Da wir diesen Monat noch Ferien hatten, bevor nächste Woche unser Unterricht wieder losgeht, haben wir die Zeit genutzt um das Land zu erkunden! Als erstes ging es nach Puno zum Titicacasee, wo wir die drei Inseln Uros, Amantani und Taquile besuchten. Uros werden auch die schwimmenden Inseln genannt, da die Inseln nur aus Schilf bestehen und die Bewohner ebenfalls in Schilfhäusern wohnen und in Schilfbooten von einer zur anderen Insel gelangen. Auf Amantani kamen wir in eine traditionelle Gastfamilie, wo wir übernachten sollten. Amantani ist ebenfalls eine sehr kleine Insel, auf der man auf dem höchsten Punkt über dem Titicacasee einen sehr schönen Sonnenuntergang betrachten kann. Der See wirkte sehr beeindruckend auf mich durch seine Größe und das kristallklare Wasser. Außerdem herrscht vor allem auf den Inseln eine besondere Atmosphäre durch das krasse Klima auf über 4100 Metern Höhe und die autolose Ruhe dort. Tagsüber konnte man Temperaturen bis zu 35 Grad messen, wobei vor allem die Sonnenstrahlung einem zu schaffen machte, während man sich nachts bei Null Grad warm einpacken sollte. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Boot auf die letzte Insel, Taquile. Dort machten wir eine Wanderung zu dem berühmten Bogen der Freundschaft und ich sprang am Ende in das eiskalte Wasser des Titicacasees!

 In den nächsten zwei Tagen feierten wir mit Freunden aus Cusco die wir dort wiedertrafen in Puno die Candelaria (Karneval). Puno ist die Hauptkarnevalsstadt in Peru. In den Feiertagen kommen aus dem ganzen Land Tanz- und Musikgruppen dort hin um dort bei den Umzügen mitzugehen und mitzufeiern. Da ich aus Köln komme, bin ich was Karneval angeht sehr kritisch, aber es war auf jeden Fall eine sehr tolle Erfahrung Karneval in Südamerika mitzuerleben, wenn auch sehr anders. Hier gibt es ebenfalls Umzüge wie bei uns, allerdings dauern diese von neun Uhr morgens bis ca. zwei Uhr nachts an. Die Kostüme der Schausteller sind sehr beeindruckend und die Tänze hatten es ebenfalls in sich. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht einfach auf der Straße mitzutanzen und ausgelassen mitzufeiern.

Danach ging es auf unserer Reise nach Arequipa, eine sehr schöne sehr kolonialisierte Vulkanstadt ebenfalls im Süden Perus. Über der Stadt ragt beeindruckend der Vulkan Misti auf und der Plaza der Stadt mit einer sehr beeindruckenden Kathedrale ist auch nicht zu verachten. Im Laufe der Reise viel uns auf, dass egal wie arm die Stadt oder das Dorf ist, der Plaza (Hauptplatz) immer sehr prunkvoll als Mittelpunkt des Ortes gestaltet ist. Arequipa ist bekannt für seine vielen Kirchen, Kathedralen und Kloster. Deshalb besuchten wir dort  das berühmte Kloster Catalina, wo reiche Familien früher ihre zweitgeborenen Töchter reinsteckten, da sie ihrer Meinung nach dort das bessere Leben als Nonne führen konnten. Das Kloster ist sehr schön von innen und es war interessant zu sehen, wie die Nonnen dort früher gelebt haben. Heute leben in einem abgelegen Teil des Klosters nur noch einige Nonnen.

Die darauffolgenden drei Tage machten wir eine Tour durch den Colca Canon, eine der größten Schluchten Südamerikas. Am ersten Tag wurden wir um halb drei morgens mit dem Bus abgeholt, womit wir dann erstmal drei Stunden zu dem Aussichtspunkt Cruz del Condor fuhren. Dies ist ein Punkt oberhalb der Schlucht, wo man Kondore beobachten kann und gleichzeitig einen grandiosen Ausblick über die beeindruckende Schlucht hatte. Danach ging es zu Fuß runter in die Schlucht, eine Wanderung von ca. vier Stunden. Unten angekommen konnten wir uns in dem durch die Schlucht fließenden Fluss abkühlen. Die Nacht verbrachten wir dann in einem kleinen Dorf in der Schlucht. Am nächsten Tag liefen wir dann durch die Schlucht, wobei wir an noch einem kleinen Dorf vorbei kamen. Ich fand es sehr beeindruckend, wie neben einem die gigantischen Felswände hervorragten. Abends kamen wir dann in der Oase vom Colca Canon an. Dort ist es im Gegensatz zum Rest der Schlucht sehr grün und es wurden in den kleinen Hostelanlagen dort Pools angelegt. Auf jeden Fall ein sehr schöner Ort zum Entspannen! Am letzten Tag stand uns dann der sehr anstrengende Aufstieg wieder raus aus der Schlucht bevor. Um fünf wanderten wir im Dunkeln los, damit wir vor der Hitze der Sonne oben ankamen. In dreieinhalb Stunden schafften wir den Aufstieg von 1000 Höhenmetern und waren danach am Ende unserer Kräfte, aber auch sehr stolz auf uns.

Nach dem Colca Canon ging es dann an die Küste gen Norden. Als erstes erreichten wir die berühmten Nasca Linien. Dies sind Zeichnungen die sich über Kilometer in dem trockenen Wüstenboden erstrecken. Niemand weiß genau, wie sie entstanden sind, da es ein Rätsel ist, wie diese Linien über so eine Weite von Menschenhand so präzise in den Wüstensand geritzt werden konnten. Außerdem ist es ein Wunder, wie die nur zwanzig Zentimeter tiefen Linien sich über Jahrhunderte halten konnten und nicht durch Wind und Wetter verwischt wurden. Es war auf jeden Fall sehr beeindruckend, die Linien zu betrachten und sich vorzustellen wie sie wohl entstanden sind.

Danach fuhren wir durch die Wüste weiter an beeindruckenden Steilküsten entlang nach Ica. Von dort aus fuhren wir nach Huacachina, eine Oase mitten in der schönsten und größten Sandwüste Perus. Um die kleine Oase herum, die nur aus einer Lagune und einem kleinen Dorf besteht, erheben sich gewaltige Sanddünen. Dort fuhren wir mit einem Buggy rein, eine Art Jeep nur offen, und erlebten die rasanteste Fahrt unseres Lebens! Der Fahrer preschte mit uns durch die Wüste und über die Dünen, bis man nur noch Sand sah weit und breit. Dort konnten wir dann mit einer Art Snowboard die Dünen runterrutschen. Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis!

Außerdem besuchten wir von der Oase aus noch die Paracas Inseln. Dies sind Inseln im Pazifik, wo man angeblich Pinguine und viele andere Tiere sehen kann. Wir waren etwas enttäuscht, da wir nur einen  einzigen Pinguin sahen, da die anderen wohl fischen waren, aber ich fand dafür die Seelöwen sehr beeindruckend. Wir sahen dort Scharen von Seelöwen und konnten beobachten wie sich die Männchen zanckten und die Mütter ihre Neugeborenen umsorgten. Jetzt weiß ich auch warum die Tiere SeeLÖWEN heißen, sie haben nämlich einen sehr großen Kragen um den Kopf, der der Mähne von Löwen sehr ähnelt, und die Männchen machen ihren Namensvettern außerdem ziemliche Konkurrenz mit ihrem Gebrülle. Außerdem sahen wir auf den Inseln noch sehr viele verschiedene Vogelarten, die sich auf den Felsen tummelten.

Nach der Huacachina Oase ging es dann schon Richtung Lima. Dort fuhren wir allerdings nur durch, da wir die Stadt ja schon gesehen hatten. Stattdessen widmeten wir uns nun der Nordküste. Erst ging es nach Trujillo. Dort besichtigten wir Chanchan, die größte erhaltene Lehmstadt. Es war beeindruckend zu sehen, dass dort wirklich eine ganze ziemlich große Stadt nur aus Lehm erbaut worden war. Die Wände waren teilweise mit Verzierungen ausgeschmückt, die immer noch erhalten waren und man konnte deutlich die verschiedenen Räumlichkeiten im Königspalast erkennen, die zu verschieden Zwecken genutzt wurden. Außerdem schauten wir uns in Trujillo Pyramiden an, die einzigen Pyramiden die erbaut wurden neben denen in Ägypten. Es ist beeindruckend, dass zwei Völker genau auf dieselbe Idee kamen ein solches Bauwerk in dieser Konstruktion zu erbauen, ohne dass sie Kontakt miteinander hatten. Die Mond und Sonnenpyramide, die in der Nähe von Trujillo stehen, wurden von dem Volk der Moches errichtet. Auf unserer Reise erfuhren wir ebenfalls, dass es in Peru nicht nur das Volk der Inka gab, welches seine Hauptstadt in Cusco hatte und über das wir deshalb schon sehr viel gelernt haben, sondern dass es auch noch viele andere interessante indigene Völker gab. Ich bin immer wieder fasziniert davon, was Peru alles zu bieten hat. Nicht nur unheimlich tolle und vielfältige Landschaften, sondern auch sehr interessante Kulturen, die zum einen komplett unterschiedlich sind, zum anderen aber auch aufeinander aufbauen. Uns fiel auch auf, dass in unterschiedlichen Regionen wo wir in Peru waren die Menschen auch unterschiedlich aussahen und unterschiedliche Gesichtszüge hatten. Von der Pyramide war jedenfalls leider nur noch die Hälfte da, die man besichtigen konnte. Trotzdem waren vor allem die Bemalungen an den Wänden in der Pyramide  sehr beeindruckend. 

Danach entschieden wir sofort nach Mancora ganz in den Norden Perus zu fahren, wo es karibische Strände gibt. Dort gönnten wir uns dann noch ein bisschen Strandurlaub nach so viel Kultur. Ich ging mit Jenny am Strand reiten und surfen und wir hatten Temperaturen dort bis zu 40 Grad.

Auf dem Rückweg nach Cusco machten wir noch in Chiclayo und Lima halt, wo wir Hakars Geburtstag feierten, bis es dann wieder in unser mittlerweile ersehntes zu Hause ging.

Unsere Reise war sehr schön und wir haben unglaublich viel erlebt, aber am Ende freuten wir uns auch wieder auf unser Cusco und wir freuen uns auch nächste Woche wieder auf unsere Kinder und aufs Unterrichten wenn die Schule wieder anfängt!

04März
2014

Januar

Schon fünf Monate rum – ich will nicht, dass die Zeit so schnell vergeht!! Diesen Monat hatten unsere Schulen komplett geschlossen, genauso wie ich Februar auch noch. Deshalb haben wir den Anfang des Monats dazu genutzt einen Sprachkurs in Cusco zu machen. Das deutsche Konsulat hier bietet sowohl Spanisch als auch Deutschkurse an. Ich denke der Kurs hat mir wirklich etwas gebracht, man hat nochmal die ganze Grammatik wiederholt und wendet sie auf jeden Fall nun mehr an. Danach hatten wir eine Woche Zwischenseminar, wo Herr Hahl hier war und mit uns unsere Situation hier besprochen hat. Wir sind sehr vom ursprünglichen Programm abgewichen, da wir eher drauf los geredet haben und die Probleme besprochen haben, die wir bis jetzt hier hatten. Außerdem haben wir die Familie der Jungs besucht, unsere Schule in Lucre, wo wir mit der Schulleiterin geredet haben, die sehr interessiert an einer Weiterarbeit mit der Organisation ist und wir haben mit Agripino geredet, dem Verantwortlichen für unsere NGO hier. Ich hoffe, dass die Gespräche die wir hier geführt haben nach Deutschland weitergetragen werden und dadurch unsere Probleme behoben werden! Außerdem haben wir diesen Monat viel mit dem Lions Club gemacht, der hier auch soziale Projekte in Cusco und gesamt Peru unterstützt. Wir haben eine Hundeaktion mit durchgeführt, bei der Straßenhunde entlaust, und entwurmt werden und danach Besitzer für sie gesucht wird. Außerdem waren wir mit einigen Clubmitgliedern in Abancay, ein Ort vier Stunden von Cusco entfernt, wo wir raften und wandern waren. Dadurch haben wir die Leute mal besser kennengelernt und werden nun bald als Mitglieder in den Club mit aufgenommen. Zudem haben wir uns viele Gedanken über unsere Projektarbeit hier gemacht und wie man Projekte verwirklichen könnte. Dazu haben wir uns einige Kontaktpersonen beschafft, die uns sicher hilfreich sein können. Außerdem haben  wir mit Agripino eine Familie in Lucre angeschaut, die er uns vorgeschlagen hat, da wir im März wenn die Schule wieder losgeht gerne wieder in eine Familie aufs Dorf ziehen würden. Die Familie hat uns auch gut gefallen, allerdings war es nur eine Familie und wir möchten nicht wieder zu viert in eine Familie ziehen, da das wenig Sinn für uns macht. Deshalb bemühen wir uns weiter um Familien und werden im März wahrscheinlich erstmal noch in der Wohnung wohnen bleiben. Jetzt im Februar werden wir die Ferien nochmal ausnutzen und uns Peru anschauen. Im Januar haben wir die Zeit schon genutzt um uns rund um Cusco einige Sachen anzuschauen und ein bisschen über die Geschichte Perus und der Inka zu erfahren. Insgesamt haben wir den Januar also sinnvoll genutzt und freuen uns nun auf unseren Urlaub!

04Januar
2014

Weihnachten und Silvester :)

Adventszeit, Weihnachten, Silvester und schon sind wir im neuen Jahr. Die ersten zwei Wochen des Dezembers gaben wir noch in unseren Schulen Unterricht und verabschiedeten die Schüler dann am 15. Dezember für zweieinhalb Monate Ferien. Wir mussten den Kindern versichern, dass wir auch ja im März wiederkommen um Englischunterricht zu geben. Außerdem zogen wir Anfang Dezember von unserer Familie in Tipon in unsere neue Wohnung in Miraflores Cusco. Wir sind wirklich froh, dass wir diesen Schritt gemacht haben, denn wir fühlen uns hier in der Wohnung von Anfang an viel wohler als vorher in der Familie. Man hat endlich das Gefühl richtig angekommen zu sein in Peru. Wir haben außerdem seit dem viel mehr peruanische Kontakte geknüpft und man lebt mehr mit der peruanischen Kultur als in unserer Familie vorher, da wir auf dem Dorf nur nebeneinander her gelebt haben. Nachdem wir umgezogen waren trafen wir uns zum Beispiel mit dem Lions Club hier aus San Jeronimo, die sowas wie ein Rotary Club hier sind. Mit ihnen gingen wir in ein Haus für junge Mütter die zum Beispiel vergewaltigt wurden und verteilten dort Süßigkeiten und spielten mit den Müttern und Kindern. Das war wirklich ein schöner Tag, wir hatten viel Spaß und hatten gleichzeitig das Gefühl etwas Gutes zu tun für die Mütter und die Kinder! Über Weihnachten sind wir dann spontan nach Lima gefahren, da Freunde uns dort zu ihrer Familie eingeladen hatten um dort Weihnachten zu feiern. Das war wirklich toll, Weihnachten in einer peruanischen Familie zu erleben, das wird hier nämlich schon anders gefeiert als in Deutschland. Die Gäste, Tanten, Onkels und andere Familienmitglieder, kamen erst um kurz vor Mitternacht an Heiligabend und um zwölf gab es dann ein großes Feuerwerk in der ganzen Stadt, so wie an Silvester. Das war wirklich ein besonderer Moment, denn alle wünschten sich Feliz Navidad und man war einfach glücklich das miterleben zu dürfen. Ich fand es sowieso so herzlich, wie die Familie uns einfach so selbstverständlich zu Weihnachten aufgenommen hatte und mit uns feierte als gehörten wir selbst zur Familie. Das ist mir schon öfters hier aufgefallen, dass die Menschen einfach viel offener und herzlicher auf einen zugehen als man es aus Deutschland kennt. Das gefällt mir sehr! Nach dem Feuerwerk gab es dann ein Festmahl, mit Truthahn, Salat und vielen anderen peruanischen Spezialitäten. In Lima wurden wir dann noch zwei Stunden von der Stadt entfernt zum Strand entführt, da ein Freund von uns dort ein Strandhaus hat. Das war ebenfalls sehr schön, da wir hier um Weihnachten rum ja mindestens 30 Grad hatten und wir daher schön den Sommer genießen konnten. Zu Silvester fuhren wir dann wieder zurück nach Cusco, um mit Freunden in unserer Wohnung in das neue Jahr reinzufeiern. Für die Peruaner hatten wir typisch deutsche Gerichte gekocht wie einen Kartoffel-Brokoliauflauf und Pizzabrötchen und die Jungs hatten Neonfarbenmitgebracht, mit denen wir uns für den Plaza, wo wir später hingingen, anmalten.  Pünktlich um Mitternacht waren wir dann auf dem Plaza, um dort das Feuerwerk mitzuerleben. Dort waren so unvorstellbar viele Menschen, alle mit gelben Hüten oder gelbem Konfetti, da dies die Glücksfarbe ist. Außerdem war eine Bühne aufgebaut, auf der eine Band spielte und alle böllerten durcheinander. Kurz nach zwölf begannen dann alle dreimal um den Plaza zu laufen, denn das bringt auch Glück. Und alle Leute denen man begegntete, egal ob man sie kannte oder nicht, wünschten einem ein Frohes neues Jahr. Was ebenfalls ein Brauch ist, dass man um zwölf für jeden Monat im Jahr eine Weintraube isst und sich dabei für jeden Monat etwas wünscht. Hier wird Silvester also anders gefeiert als in Deutschland, aber doch wieder ähnlich. Jedenfalls war es toll das alles hier miterleben zu können!

01Dezember
2013

Neues aus Peru

Und schon wieder ein Monat um… und damit schon ein Viertel meines Jahres hier. Die Zeit verging wirklich wie im Flug, auch wenn wir in der Zeit schon einiges erlebt haben. Diesen Monat ging es bei uns ziemlich drunter und drüber, da wir uns nun endgültig entschieden haben aus unserer Familie auszuziehen und zudem aus unserer Schule in Choquepata rausmussten, da die Direktorin meinte wir würden nun nicht mehr gebraucht, da die Kinder sich auf ein Examen in anderen Fächern vorbereiten müssten. Der wirkliche Grund war wohl eher, dass sie uns eigentlich immer nur da haben wollte um Wände der Schule anzumalen und andere Arbeiten dort zu unterrichten, und im Gegenzug „durften“ wir dann Englisch unterrichten. Ich finde das sehr schade, da ich meine Klasse wirklich schon sehr ins Herz geschlossen hatte und schon einiges mit ihnen geschafft hatte. Naja, aber da wir wohl keine andere Möglichkeit hatten, haben wir nun fast den ganzen Monat damit verbracht eine neue Unterkunft und neue Schulen zu suchen. Bei Schulen wurden wir recht schnell fündig. Wir fuhren einfach in andere Dörfer hier in der Gegend und erzählten dort was wir hier machen und dass wir gerne Englisch unterrichten würden. Die Direktoren nahmen uns freudig auf und haben uns gleich einen ziemlich vollen Stundenplan erstellt. Nun können wir in Saylla an der Primaria unterrichten und dort außerdem in den danebengelegenen Kindergarten gehen wenn wir grade keinen Unterricht haben. Zudem haben wir noch einige Stunden in Lucre in der Primaria und in der Secundaria dazu bekommen. Und in Hualcapay, einem Nebenort, befindet sich ebenfalls ein Kindergarten, die uns mit Freude aufnehmen. Leider kann ich noch nicht viel über meine Klassen schreiben, da ich die letzten zwei Wochen mal wieder krank mit einer Bronchitis teilweise im Bett, teilweise im Krankenhaus lag. Daher hatte ich erst einmal in Lucre die Möglichkeit in der zweiten und in der ersten Klasse in der Secundaria zu unterrichten. Was mich dort überraschte war, dass die erste Klasse deutlich besser die englischen Vokabeln aussprechen konnte und anscheinend auch ein sehr viel besseres Verständnis für die Sprache hatte als die zweite Klasse. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die erste Klasse vor uns einen sehr viel besseren Englischlehrer hatte als die zweite Klasse vor uns. Die anderen, die nun schon die ganzen letzten zwei Wochen in den Schulen unterrichtet haben, sind jedenfalls sehr begeistert von den Klassen und den Schulen allgemein. Das einzig Doofe ist, dass die Schulen ziemlich weit entfernt sind und wir dort erstmal mit dem Bus hinfahren müssen. Aber da wir ja jetzt sowieso umziehen und in zwei Wochen hier schon Sommerferien sind, die zweieinhalb Monate andauern, müssen wir uns erst danach wieder darüber Gedanken machen. Eigentlich wären wir gerne sofort wieder in eine Familie gezogen. Da unser Organisator Agripino hier in Cusco jedoch nur eine Familie für uns hatte, wo wir wieder zu viert gewohnt hätten und die schon von vornherein wieder Bedingungen gestellt hat unter denen wir dort nur wohnen dürften, haben wir es abgelehnt dort einzuziehen. Denn wir fühlen uns in unserer Familie zur Zeit auch sehr unwohl und nicht wirklich als Familienmitglieder akzeptiert, deshalb würden wir gerne in eine Familie mit anderen Voraussetzungen ziehen. Da es nun aber nicht möglich war so schnell eine andere Familie zu finden, haben wir uns dazu entschlossen erstmal in deine Wohnung zu ziehen. Unser Verpflegungsgeld reicht so grade aus, um davon die Miete und zusätzlich unser Essen zu bezahlen. Wir fragten sehr viel rum und hängten außerdem Zettel auf, wo wir erklärten, dass wir eine Wohnung suchen. Daraufhin meldeten sich sehr viele Leute bei uns, die eine Wohnung oder ein Haus zu vermieten hatten.  Während ich im Bett lag, machten die anderen sehr viele Wohnungsbesichtigungen und ich nahm immer nur Telefonanrufe von neuen Interessenten entgegen. Schließlich fanden wir eine Wohnung nahe Cusco, die unserem Budget entsprach. Eine deutsche Freundin, die wir hier kennengelernt haben, zieht ebenfalls mit uns dort ein, da sie zur Zeit bei sich eine sehr viel höhere Miete bezahlt. Wenn wir noch andere Mitbewohner finden, nehmen wir sie gerne auf, denn umso mehr wir sind, desto niedriger ist die Miete für jeden. Und in unserer WG könnten insgesamt 8 Leute wohnen, zur Zeit sind wir 5. Jetzt heißt es also Sachen packen, denn am Dienstag ziehen wir endlich um. In der Wohnung haben wir sogar eine warme Dusche, Schränke, unsere Klamotten müssen also nicht mehr auf dem Boden liegen, eine Küche, Betten, mehrere Zimmer und ein sehr gemütliches Wohnzimmer. Also schon ziemlicher Luxus im Gegensatz zu der Unterkunft wo wir bis jetzt gewohnt haben. Allerdings haben wir eigentlich nicht vor dort bis Ende des Jahres wohnen zu bleiben, da wir doch gerne wieder in einer Gastfamilie wohnen würden. Da nun jedoch sowieso erstmal  Ferien sind und wir nicht in die Schule müssen, werden wir nun erstmal bis März in der Wohnung bleiben und danach versuchen wieder Gastfamilien zu finden. Was ein wenig schade ist, dass wir Weihnachten und Neujahr nun auch nicht in einer Familie feiern… aber ich denke wir werden auch so ein schönes Fest haben, schließlich haben wir hier auch schon andere Freunde gefunden und für mich persönlich ist meine Familie hier die anderen Freiwilligen. Außerdem haben wir überlegt vielleicht mit der Familie unseres Organisators Agripino Weihnachten zusammen zu feiern, da wir uns mit ihnen sehr gut verstehen und wir dann doch noch etwas von dem peruanischen Weihnachten mitbekommen würden. Wir haben uns jedenfalls schon einen Adventskalender gebastelt, damit schonmal ein bisschen Weihnachtsstimmung aufkommt, auch wenn das eher schwierig ist bei mindestens 25Grad tagsüber. Aber das wird dieses Jahr halt mal ein anderes Weihnachten… auch wenn ich den Schnee schon etwas vermissen werde. Ich hoffe jedenfalls, dass ich jetzt endlich mal gesund bleibe und nicht nochmal ins Krankenhaus eingeliefert werden muss, denn dadurch kann ich die Zeit hier nicht wirklich genießen, wenn ich jeden Monat mindestens einmal krank bin. Bald kann ich hier Krankenhauskritiken für die Touristen schreiben. Naja ich kauf mir mal ein paar Vitaminpräparate und hoffe auf das Beste!!

20November
2013

Ein paar Bilder der letzten Wochen :)

10November
2013

Schreck am Morgen

Vor ca einer Woche bin ich erschrocken aus dem Schlaf hochgefahren: von draussen hoerte man nur ein ohrenbeteubendes Schreien und Quiecken. Das hat dann eine halbe Stunde angedauert, ich hab mich garnicht getraut rauszugehen. Als ich dann zum Fruehstuecken in die Kueche ging, fande ich dort einen Topf voller Blut und Eingeweide vor und in unserer Vorratskammer lag der Kopf unseres Gastschweins. Da habe ich dann doch nicht mehr bedauert, dass wir beim Festessen mit unserer Familie am ersten November nicht dabei waren :P

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